Monatsüberblick April 2025

von Andreas Kammerer

Mond

01.:    Mond bedeckt die Plejaden (etwa zwischen 22:45 und 1:15 MESZ)
05.:    Erstes Viertel (Zwillinge)
13.:    Vollmond (Jungfrau)
21.:    Letztes Viertel (Steinbock)
27.:    Neumond (Widder)
28.:    Erste Sichtung am Abendhimmel möglich (gegen 21:00 MESZ)

Planeten und Kleinplaneten

Merkur

steht zwar am 21. April in größter westlicher Elongation (die mit 27° fast den maximal möglichen Wert erreicht), kann aber dennoch nicht am Morgenhimmel gesichtet werden, da die Ekliptik sehr flach zum Horizont geneigt ist und Merkur sich zudem südlich der Ekliptik aufhält.

Venus

hat Ende März ihre Morgensichtbarkeit begonnen und steigt von Woche zu Woche langsam höher. Am 10. April wird Venus stationär und wandert danach wieder rechtläufig durch das Sternbild Fische. Ihre Helligkeit beträgt zu Monatsbeginn –4.2m, steigt aber rasch an. Bereits am 27. April steht Venus im größten Glanz mit –4.8m. Die Venusaufgänge verfrühen sich im Monatsverlauf von 5:45 MESZ auf 4:30 MESZ. Am Morgen des 25. April findet man die schmale Mondsichel 3° unterhalb der Venus. Am 29. April passiert sie Saturn in 3.7° nördlichem Abstand, der aber nur in einem Fernglas erkennbar ist. Im Teleskop zeigt Venus am 1. April eine 57“ große, nur zu 4% beleuchtete Sichel. Am 30. April hat der Beleuchtungsgrad auf 28% zugenommen, während der Durchmesser der Sichel auf 37“ zurückgegangen ist.

Mars

hat seine Glanzzeit hinter sich, wenn er auch noch immer ein auffälligeres Objekt ist. Die Helligkeit des Roten Planeten sinkt im Monatsverlauf von 0.4m auf 0.9m ab. Mars passiert am 2. April Pollux in 4° südlichem Abstand, tritt am 12. April in das Sternbild Krebs und bewegt sich dabei auf den Sternhaufen der Praesepe zu. Geht Mars zu Monatsbeginn um 4:30 MESZ unter, so sinkt er zu Monatsende bereits um 3:00 MESZ unter den Horizont. Am Abend des 5. April nähert sich der Mond dem Planeten bis auf 1.5°. In diesem Monat enden sinnvolle teleskopische Beobachtungen. Der Scheibchendurchmesser verringert sich von 8.2“ auf 6.6“. Dabei zeigt der Planet den ganzen Monat über eine merkliche Phase. Der Beleuchtungsgrad liegt bei lediglich 90%.

Jupiter

zieht in der ersten Nachthälfte die Blicke auf sich. Er wandert rechtläufig durch den östlichen Teil des Sternbilds Stier, wobei er sich immer weiter von Aldebaran entfernt. Seine Helligkeit sinkt von –2.1m auf –2.0m ab. Seine Untergänge verfrühen sich im Monatsverlauf von 1:45 MESZ auf 0:00 MESZ. Am Abend des 2. April wandert der Mond auf Jupiter zu. Kurz nach Mitternacht findet man den Mond 5° rechts oberhalb des Riesenplaneten. In diesem Monat besucht der Mond Jupiter ein zweites Mal. Am frühen Abend des 30. April steht er erneut 5° rechts oberhalb des Gasplaneten. Teleskopische Beobachtungen müssen im April bereits kurz nach Dämmerungsende durchgeführt werden. Der Durchmesser des Planetenscheibchens nimmt von 36.1“ auf 33.7“ ab. Dies reicht aus, um die beiden Äquatorialbänder und gegebenenfalls weitere schwächere Bänder und Wolkenstrukturen auszumachen. Das tägliche Wechselspiel der vier hellsten Monde kann problemlos verfolgt werden. Hingegen wird die Beobachtung der Bedeckungen, Verfinsterungen durch Jupiter und der Vorübergänge der Monde und ihrer Schatten vor der Jupiterscheibe zum Monatsende hin bereits schwierig.

Situation am 2. April
Situation am 30. April

Saturn

stand Mitte März in Konjunktion mit der Sonne und kann aufgrund der flach zum Horizont orientierten Ekliptik während des Aprils noch nicht am Morgenhimmel aufgefunden werden. Lediglich Spezialisten können den Ringplaneten möglicherweise in der letzten Aprilwoche mit Hilfe des Mondes und der Venus in einem Fernglas sichten. Am 25. April befindet sich der Mond 1.5° links oberhalb von Saturn. Die Venus passiert Saturn am 29. April in 3.7° nördlichem Abstand.

Uranus

verschwindet Mitte April vom Abendhimmel. Der im westlichen Teil des Sternbilds Stier (unweit der Plejaden) wandernde, 5.8m helle Planet geht zu Monatsbeginn um 23:45 MESZ, zur Monatsmitte bereits um 22:45 MESZ unter. Eine Stunde zuvor kann er in den horizontnahen Dunstschichten nicht mehr im Fernglas ausgemacht werden. Am 1. April weist die schmale Mondsichel den Weg zu Uranus, steht diese doch 6° oberhalb des Planeten.

Neptun

stand Mitte März in Konjunktion mit der Sonne und hält sich im April noch zu nahe bei der Sonne auf.

(4) Vesta

bewegt sich rückläufig durch die Nordwestecke des Sternbilds Waage. Ihre Helligkeit steigt im Monatsverlauf von 6.2m auf 5.6m an, womit Kleinplanet Nr. 4 theoretisch mit bloßem Auge sichtbar ist – sofern die Bedingungen optimal sind. Eine wesentliche Bedingung ist die Horizonthöhe, weshalb um die Zeit der Kulmination beobachtet werden sollte. Diese verlagert sich im Monatsverlauf von 4:00 MESZ auf 1:45 MESZ.

Meteore

Vom 15. bis 25. April treten die Lyriden auf. Ihr Radiant verlagert sich während dieses Zeitraums vom östlichen Teil des Sternbilds Herkules in Richtung Leier. Im Maximum, am Nachmittag des 22. April, sollte eine zenitale Stundenrate von 20 erreicht werden. Da am 27. April Neumond ist, können die Lyriden, ab etwa 23:00 MESZ, in diesem Jahr optimal beobachtet werden.

Der Sternenhimmel

Zur Standardbeobachtungszeit (24:00 MESZ am Monatsanfang, 23:00 MESZ zur Monatsmitte und 22:00 MESZ am Monatsende) finden wir die bekannteste Sternenkonstellation, den Großen Wagen, hoch über unseren Köpfen nahezu im Zenit. Der Große Wagen ist Teil des Sternbilds Großer Bär. Eine Verlängerung der vorderen Kastensterne nach unten führt uns zum Polarstern, der stets exakt im Norden steht. Er stellt den Endpunkt der Deichsel des Kleinen Wagens dar, dem offiziellen Sternbild Kleiner Bär. Dieses hat nun fast seine maximale Höhe erreicht.

Zwischen Großem und Kleinem Bär windet sich das Sternbild Drache, dessen Kopf nun auffällig im Nordosten steht. Über dem Nordhorizont hat das Sternbild Kepheus eben seine tiefste Stellung passiert. Östlich davon finden wir das trotz seiner geringen Höhe auffällige Sternbild Kassiopeia, auch Himmels-W genannt. Und oberhalb der Kassiopeia steht das schwierig zu identifizierende Sternbild Giraffe. Im Nordwesten finden wir in geringer Höhe das Sternbild Perseus und das Sternbild Fuhrmann mit der hellen Capella.

Die Sternbilder Stier und Orion sind im Westen bereits am Untergehen – nur noch Aldebaran und Beteigeuze fallen auf, und dieses Jahr zudem der strahlende Planet Jupiter. In bequemer Höhe stehen noch die Zwillinge mit Castor und Pollux, und noch höher das schwache Sternbild Luchs.

Tief über dem Südwesthorizont kann Sirius eben noch ausgemacht werden. Darüber finden wir das Sternbild Kleiner Hund mit Procyon. Das schwache Sternbild Einhorn dürfte kaum noch erkennbar sein. Halbhoch im Südwesten können wir den Kopf der Wasserschlange ausmachen und darüber das schwache Sternbild Krebs mit seinem Sternhaufen Praesepe, das aktuell durch den auffälligen Mars deutlich aufgewertet wird.

Im Süden kulminiert die Wasserschlange, das ausgedehnteste Sternbild des Himmels, dessen Schwanz noch immer nicht aufgegangen ist, während der Kopf bereits im Südwesten steht. Oberhalb der Wasserschlange finden wir den auffälligen Sternenrhombus des Raben sowie die schwachen Sternbilder Becher und Sextant. In großer Höhe steht das auffällige Sternbild Löwe mit dem hellen Regulus und darüber das schwache Sternbild Kleiner Löwe.

Im Südosten geht gerade das Sternbild Waage auf. In bequemer Höhe finden wir in dieser Richtung das Sternbild Jungfrau mit der hellen Spica sowie das Sternbild Bärenhüter mit Arktur. Zwischen Bärenhüter und Löwe ist das schwache Sternbild Haar der Berenice beheimatet, das den im Fernglas auffälligen Sternhaufen Melotte 111 enthält. Südlich der Wagendeichsel kann das kleine Sternbild Jagdhunde erkannt werden. Regulus, Spica und Arktur bilden das Frühlingsdreieck.

Im Osten gehen gerade die Sternbilder Schlange und Schlangenträger auf, dürften aber nur schwierig auszumachen sein. Dagegen ist der Sternenhalbkreis der Nördlichen Krone östlich des Bärenhüters eine auffällige Sternenkonstellation. Noch recht tiefstehend findet sich östlich davon das ausgedehnte Sternbild Herkules.

Tief über dem Nordosthorizont finden wir das kleine Sternbild Leier mit der hellen Wega und das aufgehende Sternbild Schwan mit seinem Hauptstern Deneb.

Im April verläuft die Milchstraße ziemlich horizontnah vom Südwest- zum Nordosthorizont, so dass es selbst unter einem dunkleren Himmel schwierig ist, sie auszumachen. Sie steigt über die Sternbilder Einhorn, Zwillinge (Westteil) und Fuhrmann in bescheidene Höhen auf, um über Perseus, Kassiopeia, Kepheus und Schwan wieder zum Horizont abzusinken.

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